Die seltene Stoffwechselstörung Phenylketonurie (1:6500) induziert eine lebenslange Karenz der Aminosäure Phenylalanin, lässt eine ausgewogene Ernährung nur mit Einschränkungen zu und birgt deshalb die Gefahren von Konfliktpotentialen, besonders während der Pubertät. Vielen Eltern fällt die Bewältigung der neuen Situation schwer, da ihr Kind vorher noch recht angepasst war und nun mehr und mehr gegen Autoritäten und die Diäteinhaltung rebelliert. Um sie in dieser Phase zu unterstützen müssen die elterlichen Kompetenzen gestärkt werden. Zur Erreichung dieses Ziels wurden Fragebögen an Eltern und Betroffene verschickt, damit Probleme mit PKU aufgedeckt werden konnten. Insgesamt ergab sich ein recht homogenes Meinungsbild in Bezug auf Fragen zum sozialen Kontext der Krankheit. Außerdem wurde der Wunsch nach einem Ratgeber zur Stärkung des elterlichen Empowerments deutlich.
Die Fragebögen wurden mit Hilfe von Internetliteratur, verkörperte Literatur und Experten statistisch wie inhaltlich ausgewertet.
Zur Stärkung des elterlichen Empowerments wurde das Konzept von Freuds Erziehung zur Ich-Stärke, das Modell von Eriksons Ich-Identität, Hurrelmanns produktiver Realitätsverarbeitung und sein Triple P Programm, sowie Antonovskys Ansatz zur Salutogenese herangezogen. Des Weiteren fand der Normalverlauf der Pubertät in vier Phasen nach Helmut Fend Anwendung und wurde auf chronische Krankheiten (besonders PKU) übertragen. Dies geschah auch mit den fünf Säulen der Erziehung nach Sigrid Tschöpe-Scheffler.
Insgesamt zeigte sich, dass Eltern durch die Anwendung der unterschiedlichsten Modelle und Methoden (Stärkung des Körperbewusstseins, Vorleben von Werten, Einhaltung von Disziplin etc.) durchaus in der Lage sind, erzieherische Probleme zu überbrücken und mit ihrem Kind in einer partnerschaftlichen Beziehung zu kooperieren. Bei schwerwiegende Konflikten sollte jedoch die Inanspruchnahme von externer Hilfe erwogen werden, dies könnten sowohl Psychologen als auch fachlich kompetente Oecotrophologen sein, die durch ihre multidisziplinäre Ausbildung in besonderer Weise geeignet sind, Schnittstellen zwischen fachlichen Inhalten und sozialen Angelegenheiten zu bedienen. In Zukunft sollten diese ihr ganzheitliches Studium mehr als Fortschritt betrachten.
Bei finanziellen Engpässen oder dem Wunsch nach Weiterbildung in Eigenregie würden Eltern jedoch gerne auf eine kostengünstige Alternative wie einen Ratgeber oder eine Broschüre zum Thema der PKU im Jugendalter zurückgreifen, auch wenn die meisten das Verhältnis zwischen sich und dem Kind als positiv bezeichnen würden.
Dieser kann nun über diese Projektarbeit realisiert werden.

Das Projektteam: Julia Runde, Petra Overberg, Carina Jockschat